Die FC Wels und WSC Hertha Kapitäne im Doppelpass

 

„Jeder ist heiß auf das Derby!“

 

 

Im Vorfeld des Welser Derbys haben wir die beiden Kapitäne Daniel Peterstorfer (FC Wels) und Florian Madlmayr (WSC Hertha) zum Doppelinterview in die eww Zentrale gebeten:

Die Kapitäne der Welser Stadtrivalen im Doppelpack über Rituale, den Stellenwert des Fußballs in Wels und warum sie noch nie gemeinsam auf ein Bier waren.

 

Das Derby am Samstag in der Huber-Arena ist in Wels Stadtgespräch, es geht um Prestige und den Status als Nummer eins. Wie ist eigentlich das persönliche Verhältnis der beiden Kapitäne von FC Wels und WSC Hertha?

Florian Madlmayr (WSC Hertha): Wir kennen uns natürlich durch unsere fußballerische Karriere und ich bin von Wels nach Sipbachzell gezogen, dorthin, wo mein Kollege Daniel Peterstorfer aufgewachsen ist. Aber es gibt keine Freundschaft und wir waren auch noch nie gemeinsam auf ein Bier. Man kennt sich.

 

Ist das Derby ein ganz normales Spiel für dich oder doch ganz besonders?

Madlmayr: Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Ich bin hier groß geworden und man spürt schon, dass dieses Spiel mehr Brisanz hat als andere. Jetzt spielen beide eine Liga höher und ich hoffe, es kommen noch mehr Zuschauer, als zuletzt. Ein interessantes Match von der Konstellation in der Tabelle her – auch wenn erst vier Runden gespielt sind.

Daniel Peterstorfer (FC Wels): Ich sehe das ähnlich und durch die ganzen Spekulationen um das Stadion wird die Brisanz noch größer. Wir sind in der Regionalliga von der Leistung her gut dabei, obwohl wir noch nicht viele Punkte haben. Ich hoffe, im Derby haben wir mehr Spielglück und belohnen uns für den Aufwand. Wir haben eine lässige, junge Truppe, die ganz heiß ist dieses Duell.

 

Warum gewinnt die Hertha das Derby?

Madlmayr: Wir haben die Qualität, um in jedes Spiel so zu gehen, dass wir es gewinnen wollen. Es ist für uns natürlich bitter, dass Oliver Affenzeller mit einem Kreuzbandriss ausfällt, der super in Form war. Wir spielen trotzdem ganz klar auf Sieg, auch wenn ein Derby – wie jeder weiß – eigene Gesetze hat. Wir werden die bisherigen Matches des FC per Video analysieren und uns wie jede Woche darauf einstellen. Auf einen Punkt spielen gibt´s bei uns nicht, auch nicht gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte.

 

Warum gewinnt der FC Wels am Samstag – es wäre der erste Derbysieg seit 2015?

Peterstorfer: Wir haben uns in den letzten Derbys schwer getan, aber im Frühjahr waren wir schon knapp davor und hätten den Sack zumachen können, eigentlich müssen. Leider sind wir bitter bestraft worden wie jetzt in den ersten Regionalligaspielen. Wir schießen zu wenig Tore und daran werden wir arbeiten. Aber wir spielen extrem stark, sind giftig und das macht uns unberechenbar.

 

Worin liegen in der Regionalliga die Unterschiede zur OÖ-Liga?

Madlmayr: Ich kenne die Regionalliga ja schon aus Grieskirchen. Spielerisch gibt es wenige Unterschiede, aber kleine Fehler werden sofort bestraft. Wir haben in vier Spielen 5 Elfmeter gegen uns bekommen. Unser Torhüter hat unglaubliche vier davon gehalten, aber darauf kannst du dich auch nicht immer verlassen. Das müssen wir schleunigst abstellen. Teilweise spürt man, dass wir im Abschluss noch zu unroutiniert sind – siehe Gleisdorf. Viele Spieler sind erstmals in der Regionalliga und haben noch Anpassungsschwierigkeiten.

Peterstorfer: Ich denke, wir sind in der Liga angekommen und haben die letzten Gegner dominiert. Leider sind wir an uns selbst gescheitert. Jetzt wird es Zeit für den ersten Sieg und der ist im Derby immer am schönsten.

 

Werdet ihr in Wels auf das Derby angesprochen?

Madlmayr: Ich arbeite am Magistrat, werde oft auf Karten angeredet und es rennt auch der Schmäh. Für Wels ist dieses Spiel eine super Sache. Wir haben zwar die letzten Derbys gewonnen, dürfen aber den FC Wels nicht unterschätzen. Nach der Papierform und von der Qualität her müssten wir drei Punkte holen, aber das zählt in einem Derby nicht. Jeder muss sich zerreißen.

Peterstorfer: Ich arbeite in einem Welser Unternehmen im Baugwerbe, wo viele Fußballer und Fans tätig sind. Da wirst du täglich darauf angesprochen und freust dich auf dieses Spiel. Fußball ist in Wels wieder ein großes Thema geworden.

 

Wie wirkt man vor so einem wichtigen Spiel als Kapitän auf die Mannschaft ein?

Madlmayr: Grundsätzlich haben wir vor jedem Spiel das gleiche Ritual und motivieren uns im Kreis nochmals. Aber daran wird´s im Derby nicht scheitern. Natürlich werden einige nervös sein. Das werde ich ansprechen und dass sie sich auf die Stimmung einstellen müssen. Und ich werde den jungen Spielern erklären, dass es im Derby etwas härter zugeht.

Peterstorfer: Natürlich müssen unsere wenigen älteren Spieler die Richtung vorgeben. Für die Jungen ist es schwer, viele haben noch nie in der Liga gespielt und ein Derby schon gar nicht. Wir werden uns genau mit dem Trainerteam besprechen, wie wir das hinkriegen. Aber jeder ist heiß.

 

Gibt es vor so einem Match besondere Rituale?

Madlmayr: Ich ziehe immer den rechten Schuh zuerst an, auch beim Schienbeinschoner. Einige machen nach dem ersten Schritt auf den Rasen das Kreuzzeichen, weil sie sehr gläubig sind.

Peterstorfer: Bei uns gibt´s auch sehr viele mit dem Kreuzzeichen. Ich brauche das nicht und habe überhaupt kein Ritual. Ich bin konzentriert und das reicht.

 

Was macht der Kapitän des FC Wels, wenn ihr verlieren solltet?

Peterstorfer: Dann serviere ich Florian nach dem Spiel in unserer Vereinskantine ein Seidl Bier und umgekehrt.

Madlmayr: Da bin ich dabei.

Peterstorfer: Dann freue ich mich schon auf den ersten Schluck.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch! 🙂

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